100.000 Follower in 30 Tagen – und als Belohnung ein Auto: Mit dieser Challenge hat die Zahnarztpraxis Stankovic in Hannover für Aufmerksamkeit weit über die Dentalbranche hinaus gesorgt. Im Podcast Queens & Sons of Dentistry berichten die ZFA-Auszubildende Sarah und Praxisinhaber Dr. Nebo Stankovic, wie die Aktion entstanden ist, welche Zahlen sie erreicht hat und warum ein Praxisinhaber einen solchen Deal mit seinem Team überhaupt eingeht.
Wie die Challenge entstanden ist
Den Anstoß gab ein spontan gedrehtes Video nach einem Bleaching Day, in dem Sarah die Praxis vorstellte. Der Clip kam gut an, und der Videograf der Praxis schlug vor, mehr solcher Inhalte zu produzieren. Sarah beschreibt im Podcast, dass sie schon länger etwas für die Social-Media-Präsenz der Praxis machen wollte, ihr jedoch Ideen und Erfahrung in der Umsetzung fehlten – etwa beim Videoschnitt oder beim Aufbau von Reichweite. Gemeinsam mit dem Videografen entstand daraus die Idee einer Challenge: 30 Tage lang jeden Tag ein Reel.
Das ursprünglich angedachte Ziel lag bei 30.000 Followern. Dr. Stankovic legte noch einmal nach und setzte die Marke auf 100.000. Da der Account zum Start bei rund 9.000 Followern stand, ging es faktisch um ein Plus von 91.000 – und im Erfolgsfall um einen BMW 1er, der nach launiger Auskunft im Podcast erst seit wenigen Tagen Sarahs Traumauto war. Bemerkenswert ist die anfängliche Skepsis des Praxisinhabers: Er beschreibt, dass er die Idee zunächst „ein bisschen albern“ fand, sich fragte, was das mit Zahnmedizin zu tun habe, und nicht daran glaubte, dass eine solche Aktion einen derartigen Erfolg auslösen könne. Der Videograf und Sarah behielten recht.
Die Ergebnisse in Zahlen
- Start des Praxisaccounts bei rund 9.000 Followern
- Nach 30 Tagen: 34.000 Follower – ein Zuwachs von rund 25.000
- Das erste Reel der Challenge erreichte 1,4 Millionen Aufrufe
- Insgesamt kam der Account auf rund 3,7 Millionen Interaktionen
- Statt der geplanten 30 Reels wurden etwa 15 bis 20 veröffentlicht
Zur Einordnung: Der Gastgeber des Podcasts, der selbst seit rund sechs Jahren auf Instagram aktiv ist, verweist auf seine eigenen Accounts mit 3.800 beziehungsweise rund 4.500 Followern – und darauf, wie mühsam organischer Reichweitenaufbau üblicherweise ist. Ein Plus von 25.000 Followern in einem Monat bezeichnet er entsprechend als beachtliche Leistung, die jeder zu würdigen wisse, der selbst einmal einen Account aufgebaut hat.
Das virale Auftakt-Reel
Den Durchbruch brachte gleich das erste Reel der Challenge: Sarah bereitete eine Präsentation für ihren Chef vor und hielt sie ganz offiziell im Besprechungsraum der Praxis – inklusive großem Monitor. Mit diesem Auftritt überzeugte sie ihren Chef von dem Deal, und genau diese Szene ging viral. Dr. Stankovic führt den Erfolg unter anderem auf Sarahs trockene, authentische Art zurück. Bemerkenswert ist auch die Länge: Das Reel dauerte rund zwei Minuten – ein Format, von dem nach Einschätzung des Praxisinhabers wohl jeder Social-Media-Experte abgeraten hätte. Die Zuschauer blieben dennoch bis zum Ende dabei, weil der Inhalt sie packte. Zum Vergleich: Auf TikTok hatte die Praxis zuvor einmal rund 900.000 Aufrufe erreicht, doch beide Plattformen seien, so Dr. Stankovic, ein völlig anderes Spiel und nicht vergleichbar.
Warum ein Praxisinhaber diesen Deal eingeht
Dr. Stankovic erläutert im Gespräch seine Grundhaltung: Leistung solle immer bewertet und Leistung über das Erwartete hinaus belohnt werden. An der Challenge gefiel ihm die Messbarkeit – ein definierter Zeitraum, ein definiertes Ergebnis. Zugleich baute er eine Bedingung ein: Die Belohnung gilt, solange die Mitarbeiterin im Unternehmen angestellt ist. Dafür wurde er in Kommentaren kritisiert; er begründet die Klausel mit dem Wunsch nach Kontinuität – die Aktion solle keine „Eintagsfliege“ sein. Wichtig sei ihm außerdem, dass Social Media nicht zur Kernaufgabe werde, sondern Spaß mache und beiden Seiten nütze: Die Praxis gewinnt Reichweite, die Mitarbeiterin im Erfolgsfall ein Auto.
Der Stand nach Ablauf der Frist
Die 100.000 Follower wurden bis zum ursprünglichen Stichtag am 13. April nicht erreicht, die Challenge wurde verlängert. Das Auto ist dennoch bereits bestellt und sollte Anfang Juli ausgeliefert werden – wegen der Vorlaufzeit musste früh geordert werden. Dr. Stankovic behält sich allerdings vor, vom Kaufvertrag zurückzutreten, falls die Leistung nicht gehalten wird: Motivation sei eine Sache, Disziplin eine ganz andere. Inhaltlich zieht er bereits ein Zwischenfazit: Ein Praxisaccount könne sich nicht allein um Fachliches drehen – „wir haben ja höchstens 32 Zähne“, so seine pointierte Feststellung; wer jeden Tag ein Reel über einen Zahn mache, sei nach einem Monat durch. Entscheidend sei das Drumherum: der Praxisalltag, die zwischenmenschlichen Situationen und der Unterhaltungswert.