Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Team & Kommunikation

Mitarbeitergewinnung an der Supermarktkasse: Vom Minijob zur ZFA-Ausbildung

Ein Zahnarzt entdeckt seine spätere Auszubildende an der Supermarktkasse. Die Geschichte zeigt, wie unkonventionelles Recruiting und die ZFA-Ausbildung als Karrierefundament funktionieren.

Veröffentlicht am

Der Mangel an Zahnmedizinischen Fachangestellten wird von vielen Praxen als drängender Painpoint empfunden. Wie unkonventionell Mitarbeitergewinnung aussehen kann, zeigt eine Geschichte aus der Zahnarztpraxis Stankovic in Hannover, die im Podcast Queens & Sons of Dentistry erzählt wird: Praxisinhaber Dr. Nebo Stankovic entdeckte seine heutige Auszubildende Sarah an der Kasse eines Supermarkts.

Eine Begegnung an der Supermarktkasse

Dr. Stankovic beschreibt die Situation so: Er kaufte spät abends, ziemlich erschöpft vom Arbeitstag, Kleinigkeiten ein und bemerkte die junge Frau an der Kasse – mit dem diffusen Eindruck, dass sie nicht ins Bild passe, ohne es richtig zuordnen zu können. Als er sie wenige Tage später erneut dort sah, sprach er sie an und erfuhr, dass sie Schülerin war, ihr Abitur machte und dort nur jobbte. Sarah wiederum schildert, dass ihr der Kassenjob keine Freude machte und lediglich dazu diente, ein wenig Geld zu verdienen.

Eigeninitiative als erste Prüfung

Bemerkenswert ist, wie der Praxisinhaber die Ansprache gestaltete: Er bot nicht direkt einen Job an. Stattdessen verwies er auf seinen Instagram-Account und stellte in Aussicht, möglicherweise eine passendere Stelle zu haben – falls ihr gefalle, was sie dort sehe, solle sie ihn anschreiben. Der Ball lag damit bei ihr. Dr. Stankovic begründet dieses Vorgehen ausdrücklich: Ein wenig Eigeninitiative gehöre dazu; wer diese Hürde meistere, habe eine Art kleine Prüfung am Anfang bestanden. Sarah schrieb ihn an und schaute sich die Praxis zunächst an. Im Bewerbungsgespräch punktete sie nach eigener Schilderung mit Ehrlichkeit: Sie sagte offen, dass sie keinerlei Erfahrung mitbringe und nicht wisse, was sie erwarte – aber offen für alles sei. Sie wurde eingestellt.

Vom Minijob am Empfang zur Ausbildung

Noch während der zwölften Klasse begann Sarah auf Minijob-Basis am Empfang: Patienten empfangen, Dokumente ausfüllen, Telefonate führen, Termine buchen. In rund zwei Wochen Einarbeitung schaute sie der damaligen Rezeptionistin über die Schulter und fing dann klein an – ihre erste Aufgabe war nach eigener, augenzwinkernder Erinnerung das Reinigen der Kaffeemaschine. Trotz anfänglicher Überforderung mit dem neuen System und den vielen neuen Menschen kämpfte sie sich durch. Den Unterschied zum Einzelhandel empfand sie deutlich: eine entspanntere Atmosphäre, ein sauberes Umfeld, nette Kollegen, kein Anschreien und weniger Stress.

Nach einem Jahr im Minijob und bestandenem Abitur stand sie – wie viele ihrer Generation – vor der Frage, wie es weitergehen soll: studieren, Ausbildung, ein Jahr pausieren? Sie beschreibt sich rückblickend als „komplett lost“. Dr. Stankovic suchte erneut das offene Gespräch und bot ihr die Ausbildung zur ZFA an. Sie nahm an und ist inzwischen im ersten Ausbildungsjahr.

Warum der Praxisinhaber auf die ZFA-Ausbildung setzt

Dr. Stankovic erläutert im Podcast seine grundsätzliche Haltung: Er habe mehrfach erlebt, dass junge Menschen zwei bis drei Lebensjahre verlieren, weil sie nach der Schule nur jobben und sich orientieren wollen – das finde er schade. Sein Rat lautet deshalb, lieber zunächst eine Ausbildung zu machen, im besten Fall verkürzt, und danach immer noch zu entscheiden, ob ein Studium oder eine Fort- und Weiterbildung folgen soll. Die ZFA-Ausbildung zählt aus seiner Sicht zu den Ausbildungen mit dem größten Mehrwert:

  • Sie vermittelt Struktur, Organisation und Hygiene
  • Sie lehrt Verantwortung gegenüber Patienten und Kollegen
  • Sie schafft Grundlagen, die für jeden späteren Beruf tragen
  • Sie bedeutet – anders als ein Minijob – ein echtes Bestehen in der Berufswelt

Woran ein Inhaber Potenzial erkennt

Interessant ist auch, worauf Dr. Stankovic bei der Auswahl achtete: Sarah wirke authentisch und sympathisch, bringe eine intrinsische Motivation zur Gastfreundlichkeit mit und habe einen Zug ins Perfektionistische – Eigenschaften, die er gezielt fördern wolle. Zudem lerne sie sehr schnell, erkenne Prioritäten und erledige die Aufgaben entsprechend. Die Entwicklung gibt ihm recht: Bereits nach einem halben Jahr wurde die Auszubildende seine Hauptassistenz am Standort Hannover – in einem Team von insgesamt 35 Mitarbeitenden an zwei Standorten. Er sieht nach eigener Aussage riesiges Potenzial in ihr und möchte sie in den kommenden Jahren im Unternehmen halten, unterstützen und motivieren. Die Praxis ist dabei bewusst wie ein kleines Unternehmen organisiert, mit getrennten Bereichen wie Empfang, Frontoffice, Backoffice, Behandlungszimmer, Buchhaltung und Marketing – ein Umfeld, in dem sich individuelle Stärken gezielt einsetzen und entwickeln lassen.

#Recruiting #Nachwuchs #ZFA-Ausbildung
Ustomed Podcast – Queens and Sons of Dentistry · #130

100.000 Follower für ein Auto

Gast: Sara Tusan und Dr. Nebojsa Stankovic